September 2026


Fund des Monats - Dupondius

Das römische Geld hatte seinen Ursprung in der Frühen Römischen Republik. Damals waren die Münzen noch deutlich größer und schwerer. So wog ein Dupondius über 600 Gramm. Das entsprach zwei römischen Pfund (= Du-pondius). Ab der späten Republik hatte er dann die bekannte Münzform und das Gewicht von ca. 17 Gramm, das allerdings inflationsbedingt mit der Zeit weiter leicht abnahm.

Ein Dupondius war römisches Kleingeld. Mit ihm konnten kleine alltägliche Gegenstände, etwa zwei Laib Brot oder ein Liter Wein, erworben werden. Die große Inflation im 3. Jh. n. Chr. sorgte schließlich dafür, dass die Münze so wertlos wurde, dass sie nicht mehr hergestellt wurde.

Dieser Dupondius zeigt auf der Vorderseite Faustina Minor, Tochter von Kaiser Antoninus Pius, Ehefrau von Kaiser Mark Aurel und Mutter von Kaiser Commodus. Ihr Vater ließ die Münze ca. 141 n. Chr. prägen. Die Rückseite zeigt die römische Personifikation der Ewigkeit, Aeternitas, die einen Phönix auf einem Globus in der Hand hält.

Unter dem Dupondius gab es noch weitere Münzeinheiten, etwa das As. 2 Asse ergaben 1 Dupondius. Im Folgenden sollen zwei Rechenbeispiele zeigen, wie wichtig es für die Römer war, die richtige Münzeinheit für die entsprechende Transaktion dabei zu haben:

Unter Kaiser Caracalla lag der jährliche Sold eines Soldaten bei 900 Denaren. Dieser wurde dreimal jährlich ausbezahlt. Wenn der Soldat diese 300 Denare à 3 g bei der Auszahlung bekam, ergab das ein Gewicht von 900 g. Würde er es sich dagegen in Assen ausbezahlen lassen, so müsste er 4.800 dieser Münzen, die 11 g wiegen, entgegennehmen. Das entspricht 52,8 kg Gewicht. Das passt in keinen Geldbeutel mehr, dafür benötigt man eine Schubkarre.

Was passiert, wenn man mit einem Aureus (Goldmünze) einen Laib Brot beim Bäcker kaufen will? Der Preis liegt bei einem As. Ein Aureus ist 400 Asse wert, also würde man 399 Asse Rückgeld bekommen. Bei 11 g pro As sind das 4,4 kg Rückgeld.

Fazit: Wer nicht das richtige Nominal für die passende Situation dabei hat, muss schwer schleppen.


Kurzgeschichte: Alpinus - vater, Ehemann, Händler

Mein Mann Alpinus ist tot. Es ist schon 2 Monate her und doch kann ich es gar nicht glauben. Alt ist er geworden, immerhin, über 70. Ich auch, ich werde ihm wohl bald folgen. Unser Erspartes reichte für ein kleines Familiengrab in der Nekropole. Ich habe schon meinen Platz, in dem meine Asche neben seiner ruhen wird. Zum Glück habe ich noch unsere Kinder und Enkel, die im selben Dorf wohnen. So verfalle ich nicht nur meiner Trauer, sondern kann meine letzten Lebensjahre mit denen verbringen, die ich liebe. Ich kann ihre Leben begleiten und meinen Enkeln viel von dem Mann erzählen, den sie nur als alt und gebrechlich kennen, der aber ihren Eltern ein schönes Leben ermöglicht hat.

„Eigentlich hieß er Ninno und ist in den Alpen aufgewachsen, dem großen Gebirge im Süden. Erinnert ihr euch an den Ausflug auf den Hesselberg, den ich im Winter mit euch gemacht habe? Da konnte man sie sehen.“ Meine Enkel nicken eifrig. Die kleine Iulia, die nach mir benannt ist, fragt: „Aber wie ist er denn den ganzen weiten Weg von da hierhergekommen?“ „Naja, das war so: Die Mutter von eurem Großvater ist gestorben, als er noch sehr jung war. Sein Vater hat sich dann mit ihm auf den Weg hierher gemacht, weil er einen Neuanfang wollte und hier gute Chancen zum Geschäfte machen gesehen hat. Als Alpinus jung war, starb auch noch sein Vater. Alpinus musste ganz von vorne anfangen. Doch euer Großvater war schon immer ein Mensch, der seinen Weg ging. Ich bin mir sicher, so werdet ihr alle auch eines Tages werden. Er setzte sich hier nieder, wurde erst Teilhaber bei einem Händler und übernahm schließlich das Geschäft.“

„Und wie habt ihr euch kennengelernt?“, fragt mich der neugierige Lucius. „Mein Vater war auch Händler und hat mich als junge Frau zu einer Handelsreise von Augsburg hierher mitgenommen. Euer Großvater und ich sind uns auf der Straße dort vorne begegnet und waren sofort verliebt. Aber den Rest kennt ihr ja. Bald führten wir dann das Geschäft gemeinsam. Dann kamen eure Eltern, schließlich ihr und wir sind alt geworden. So ist das Leben. Aber wenn es euch einmal in die Alpen verschlagen sollte, dann tragt euren Großvater im Herzen und denkt an ihn, wenn ihr durch seine alte Heimat geht.“

In der darauffolgenden Nacht liege ich lange wach und betrachte die letzte Münze, die wir verdient haben, bevor wir das Geschäft an unseren Sohn Magnus übergeben haben. Ich habe sie all die Jahre behalten. Sie zeigt Aeternitas, die Ewigkeit. Bald sind mein Alpinus und ich wieder vereint. Bis in alle Ewigkeit.