Juli 2026


Fund des Monats - Römische Pfeilspitze

Pfeil und Bogen waren eine Waffengattung, die der römischen Eroberung des Mittelmeerraums lange Schwierigkeiten bereitet hatte. Die Militärmaschine des Imperiums beruhte vor allem auf gepanzerten Fußsoldaten mit Schilden, Schwertern und Speeren. Zielsichere gegnerische Bogenschützen waren aber eine große Gefahr. Daher übernahmen die Römer (wie so oft) auch diese Kampftechnik gegen Ende der Römischen Republik. Insbesondere berittene römische Bogenschützen gab es erst ab dem 1. Jh. v. Chr. Die lateinische Bezeichnung für römische Einheiten, die Pfeil und Bogen nutzten, war sagittarii. Am Limes wurden typischerweise syrische Bogenschützen eingesetzt.

Diese Pfeilspitze aus Eisen wurde im Bereich des Grabens des Kastells Ruffenhofen gefunden. Da es bei diesem Kastell keine unmittelbaren Anzeichen für einen Kampf oder eine Zerstörung gibt, wurde dieser Pfeil wohl ausschließlich zu Übungszwecken verwendet. Die Schäfte der römischen Pfeile bestanden aus Holz, die angeklebte, dreifache Befiederung aus Federn von Gänsen oder ähnlichen, häufig vorkommenden Vogelarten.

Bogenschütze der römischen Armee (P. Connolly)


Fiktive Kurzgeschichte - Der Apfel

Sextus und Gaius hatten an ihrem freien Tag eindeutig einen zu viel über den Durst getrunken. Arm in Arm torkelten sie in dunkler Nacht aus einer Kneipe im Vicus des Kastells Ruffenhofen. Orientierungslos bewegte sich das Duo in Schieflage grob den Weg zwischen den Streifenhäusern entlang, mehr seit- als vorwärts.

„He, Gaius!“, rief Sextus. „Pscht, schrei doch nicht so laut, ich bin doch direkt neben dir.“, antwortete Gaius, nicht viel leiser. „Jaja. Ich hab eine Idee. Komm, wir gehen raus aufs Trainingsfeld.“, erwiderte Sextus.

Gesagt, getan. Mit wenig sicheren Schritten fanden sie doch den bekannten Weg zum Gelände, auf dem sie so häufig ihre Militärübungen vollzogen. Einen richtigen Plan, was für Unfug er treiben wollte, hatte Sextus nicht. Doch als er einen Pfeil auf dem Boden erblickte und auch einen Bogen, den einer seiner unachtsameren Kameraden vergessen haben musste, kam ihm tatsächlich eine Idee.

„Stell dich da an den Baum, Gaius!“ „Was schreist du denn immer noch so? Willst du, dass unser Centurio uns erwischt?“, antwortete Gaius. „Stell dich nicht so an, sondern an den Baum!“, brüllte Sextus. „Na gut, wenn du dann Ruhe gibst.“, resignierte Gaius, der langsam begann wieder etwas klarer zu denken. Da kam ihm auch die entscheidende Frage in den Sinn, während er sich an den Baum stellte: „Aber warum soll ich mich hier eigentlich hinstellen?“

„Weil ich dir beweisen werde, was für ein extrem guter Bogenschütze ich bin, du Dirnensproß.“ Die Beleidigung blieb unerwidert, so redeten die beiden Freunde nunmal häufig miteinander. „Und wie willst du das anstellen?“, hakte Gaius nach. Sextus erwiderte: „Nimm den heruntergefallenen Apfel da und tu ihn dir auf den Kopf!“ Gaius war doch noch zu betrunken, um wirklich zu hinterfragen, was hier passierte und tat wie ihm geheißen.

„Nun denn. Ich, Sextus, der Große, werde nun diesen Apfel von deinem Kopf schießen!“

Mit diesen Worten legte der schwankende Sextus den Pfeil an und spannte den Bogen.

„Moment mal…“, wollte Gaius noch Schlimmeres verhindern, aber zu spät. Sextus ließ den Pfeil los, der surrend nach vorne schoss. Und tatsächlich. Der Pfeil blieb stecken. Allerdings im falschen Apfel: im Augapfel.