Mai 2026


Fund des Monats - Denar

Der Denar war eine der wichtigsten Münzeinheiten und die Hauptsilbermünze des Römischen Reichs vom Ende des 3. Jhs. v. Chr. bis zur Mitte des 3. Jhs. n. Chr. Lange handelte es sich um Münzen aus reinem Silber. Im 2. Jh. n. Chr. fiel sein Silbergehalt jedoch immer mehr, bis der Denar im 3. Jh. fast nur noch aus Kupfer bestand. Dies war einer der Gründe für die starke Inflation in dieser Zeit.

Die Vorderseite der Münzen zeigte den Kaiser oder Mitglieder seiner Familie. Nur er hatte das Recht, Münzen prägen und ausgeben zu lassen und bestimmte auch das Aussehen der Münzbilder. Auf den Rückseiten wurden entsprechende Botschaften vermittelt, die auch der weiten Verbreitung von Nachrichten im gesamten Imperium dienten. Meist handelte es sich dabei um Allegorien, also bildhafte Darstellungen, die abstrakte Begriffe durch konkrete Abbildungen verständlich machen. So wurde häufig auf die Fürsorge des Kaisers für sein Volk oder seine Heldentaten hingewiesen. Auch militärische Siege wurden auf Münzen gewürdigt.

Der Denar war vier Sesterze (Münzen aus Messing) wert. Darüber gab es nur eine weitere wichtige Münzeinheit, den Aureus, die römische Goldmünze. Sie kommt als Fundstück am Limes im Vergleich zum weit verbreiteten Denar nur sehr selten vor. 25 Denare hatten denselben Wert wie ein Aureus.


Fiktive Kurzgeschichte - Alpinus' neue Heimat

Nach dem Tod meines Vaters bin ich eine Weile ziellos am Limes entlang geirrt. Sein Geschäft lief gut, aber er hat sich mit den falschen Leuten eingelassen und Haus und Hof verloren. Nach ein paar Wochen Leben auf unserem Ochsenkarren, der uns als einziges geblieben ist, wurde er schwer krank. Jetzt bin ich alleine.

Auch Biriciana hat mir kein Glück gebracht. Vielleicht fange ich im Westen neu an. Das Kastell Ruffenhofen soll ganz schön sein. Da gibt es einen großen Berg, von dem man weit in die Ferne schauen kann. Angeblich bis zu den Alpen, meiner alten Heimat. Das wäre schön.

 

Ich habe mir Zeit gelassen, alle Gutshöfe und Kastelle auf dem Weg besucht und bin inzwischen in Ruffenhofen angekommen. Ich habe direkt bei meiner Ankunft auf dem Markt einen anderen Helvetier kennengelernt. Er heißt Divico. Er hat mir angeboten in sein Geschäft mit einzusteigen. Er handelt mit Lavez, wie mein Vater es auch tat. Das trifft sich gut, denn bei dem kenne ich mich aus habe Erfahrung beim Verkauf. Da kommt auch schon mein erster potentieller Kunde.

„Schauen Sie nur, werter Herr. Unsere Steingefäße sind von allerbester Qualität. Hier, überzeugen Sie sich. In diesem Gefäß kühlen wir seit gestern Morgen Wasser. An einem heißen Sommertag unentbehrlich. Hier, in diesem Topf, bereiten wir gerade einen Eintopf zu. Da sehen Sie gleich mal die top Eigenschaften unserer Ware. Wärme- und Kältespeicherung in einem, was will man mehr.“

So kann ich ihn überzeugen. Ich bekomme von ihm einen Denar für einen Laveztopf. Ganz schön teuer, aber Qualität hat eben ihren Preis. Unsere Töpfe halten ewig.

Der Denar ist stark abgegriffen und scheint schon sehr alt zu sein. Auf einer Seite kann ich ein römisches Kriegsschiff erkennen. Divico meint, dass die von Marc Anton vor gut 200 Jahren herausgegeben wurden. Wahnsinn, so eine lange Zeit, so viele Besitzer. Und jetzt ist es meine erste hier verdiente Münze, ein Glücksbringer für die Zukunft.