März 2026


Fund des Monats  - Terra-Sigillata-Reibschale

Eine antike Reibschale hat an der Innenseite eine raue Reibfläche aus Sandkörnern. Sie ist in ihrer Funktion mit einem modernen Mörser zu vergleichen. Genauso wie heutzutage gehört ein Stößel dazu, in römischer Zeit zumeist aus Holz. Damit kann man in der Reibschale allerlei Lebensmittel zerreiben, mischen und kneten. Diese Keramikgefäße wurden hauptsächlich zur Herstellung von Würzsauce verwendet, weshalb die meisten Reibschalen auch einen Ausguss haben.

Die Form der Reibschalen blieb beinahe über die komplette römische Kaiserzeit gleich, sodass eine genaue Datierung der Fundstücke meist unmöglich ist. Allerdings sind sie von den Römern im ganzen Imperium verbreitet worden und damit ein Indikator für die Romanisierung in den Provinzen und ein Kennzeichen für die römische Esskultur.

Deutlich seltener sind hingegen Reibschalen aus Terra Sigillata. Sie kommen erst ab dem Ende des 2. Jh. n. Chr. vor. Offenbar gab es in dieser Zeit eine Änderung der römischen Tischkultur. Dass hochwertige Ware zur Herstellung von Saucen verwendet wurde, lässt darauf schließen, dass sie direkt am Tisch zubereitet wurden.

links Terra-Sigillata-Reibschale aus Dambach (Schenkung: Privatbesitz), rechts Nachbildung einer Reibschale


Fiktive Kurzgeschichte - Essen und SPiele in Dambach

Besonders beeindruckend war das Amphitheater von Dambach in seiner Größe nicht. Selbstverständlich konnte auch die Darbietung in der Arena nicht mit dem Kolosseum mithalten. Das erwartete auch niemand, schon gar nicht Aurelius. Nicht wie spannend das Spektakel war, war entscheidend, sondern nur, dass es überhaupt etwas gab, um die Langeweile zu vertreiben. Er hatte mit seinem geschickten Geschäftssinn genug Geld gemacht, um sich bereits in noch recht jungen Jahren in einem neuen Haus im Vicus von Dambach zur Ruhe zu setzen. Doch jetzt war ihm meistens einfach schrecklich langweilig.

Endlich passierte etwas. Von der einen Seite der Arena wurde ein Wolf und von der anderen ein Bär in großen Käfigen auf Wägen in das Oval gerollt. ‚Wie sicher ist eigentlich die Arena-Begrenzung, wenn eines der Tiere raus will?‘, dachte sich Aurelius, doch da ging der Kampf schon los. Die beiden wilden Bestien hatten nur Augen für einander und nicht für das Publikum und dachten gar nicht daran, zu fliehen.

Eine halbe Stunde später saß Aurelius bereits mit seinen Freunden im Speisezimmer seines Hauses. Er unterhielt sich mit ihnen angeregt über den Kampf: „Hätte ja nicht gedacht, dass der Wolf gewinnt.“ „Hast du nicht gesehen wie geschwächt der Bär war? Der hat’s ja kaum aus seinem Käfig geschafft“, antwortete Marcus. „Ja, da waren die Fänger beim Ausgraben der Fallgrube wohl etwas übermotiviert“, stimmte Gaius zu.

Aurelius wendete sich kurz vom Gespräch ab und sah seiner Dienerin dabei zu, wie sie in einer seiner hochwertigen Terra-Sigillata-Reibschalen Moretum zubereitete. Er mochte diese würzige Käsecreme. Die neue Mode, das Essen direkt am Tisch zuzubereiten, hatte doch etwas für sich. So konnte man sich schon vorher Appetit holen. Und das galt nicht nur fürs Essen.